Faszienyogamit Melanie

Hintergrund

Faszien & Gesundheit

Was das Bindegewebe im Körper leistet, warum es Bewegung liebt — und was das für dein Wohlbefinden bedeuten kann. Ehrlich erklärt, ohne Wunderversprechen.

Der Aufbau

Ein Netz, das alles verbindet

Faszien durchziehen den gesamten Körper: Sie umhüllen jeden Muskel, stützen die Organe und verbinden alles von Kopf bis Fuß zu einem zusammenhängenden Ganzen.

Das Gewebe speichert Wasser, überträgt Kräfte bei jeder Bewegung und ist dicht mit Nervenenden besetzt. In der Faszienforschung wird es deshalb als wichtiges Sinnesorgan für die Körperwahrnehmung beschrieben.

  • Haut — die Wellenlinien oben
  • Faszie — das feine Netz
  • Muskel — die beiden Ovale
  • Verbindung zwischen benachbarten Muskeln
Schematisch: Das Bindegewebe umhüllt jeden Muskel einzeln und verbindet ihn zugleich mit seinen Nachbarn. Die farbige Linie zeigt eine solche Verbindung.

Bewegung & Pausen

Was Faszien guttut

Bindegewebe verändert sich mit dem, was wir regelmäßig mit ihm tun.

In der Faszienforschung werden vor allem vier Dinge beschrieben, auf die das Gewebe gut anspricht:

  • Vielseitige Bewegung

    Dehnen, federn, drehen — in unterschiedlichen Richtungen und Winkeln, statt immer derselben Bewegung.

  • Langsames, langes Dehnen

    Sanft und lange dehnen — so, wie sich eine Katze nach dem Schlafen streckt.

  • Regelmäßigkeit statt Intensität

    Lieber öfter ein wenig als selten sehr viel. Das Gewebe verändert sich langsam, über Wochen und Monate.

  • Pausen und Erholung

    Auch Entspannung gehört dazu — Dauerstress und Daueranspannung mag das Gewebe nicht.

Im Alltag

Steifheit, Verspannung & Co.

Viele Menschen kennen das: Nach langem Sitzen fühlt sich der Rücken fest an, morgens brauchen die ersten Schritte etwas länger. Ein Grund dafür kann sein, dass wenig bewegtes Bindegewebe an Geschmeidigkeit verliert — es „verfilzt“, wie es umgangssprachlich oft heißt.

In Bewegung

Die Fasern liegen geordnet, mit Abstand — das Gewebe gibt nach.

Lange unbewegt

Die Fasern rücken zusammen und verbinden sich an den Kreuzungspunkten.

Schematischer Vergleich desselben Gewebes — so ähnlich, wie ein Strickpullover verfilzt, wenn er falsch gewaschen wird. Die farbigen Striche rechts stehen für Stellen, an denen die Fasern aneinander haften.

Sanfte, regelmäßige Bewegung wie im Faszienyoga kann dazu beitragen, dass du dich beweglicher und lockerer fühlst, und kann helfen, alltagsbedingten Verspannungen entgegenzuwirken. Viele Teilnehmende beschreiben nach dem Üben ein Gefühl von Weite und Leichtigkeit im Körper.

Die Grenzen

Ehrlich bleiben: Was Bewegung nicht kann

So gut sich das anhört — sanfte Bewegung ist keine Medizin. Ob und wie stark du eine Veränderung spürst, ist individuell verschieden, und die Faszienforschung ist ein vergleichsweise junges Feld, in dem noch vieles untersucht wird. Faszienyoga heilt keine Krankheiten und ersetzt weder ärztliche Behandlung noch Physiotherapie.

Bei anhaltenden oder starken Beschwerden gehört die Abklärung immer in ärztliche Hände. Faszienyoga kann dann — wenn ärztlich nichts dagegen spricht — eine wohltuende Ergänzung sein.

Weiterlesen: Vagusnerv & Nervensystem. Neu hier? Was ist Faszienyoga? erklärt die Praxis von Grund auf.

Lust, es auszuprobieren?

Das Bindegewebe mag regelmäßige, sanfte Bewegung. Am einfachsten fängst du damit an, indem du eine Stunde mitmachst — zu Hause im eigenen Tempo oder gemeinsam in Dillingen.

Keine Vorkenntnisse nötig — jede Übung lässt sich anpassen.