Faszienyogamit Melanie

Hintergrund

Vagusnerv & Nervensystem

Warum wir zwischen Anspannung und Erholung pendeln, welche Rolle der Vagusnerv dabei spielt — und wie Atmung und sanfte Bewegung dein inneres Gleichgewicht unterstützen können.

Das Zusammenspiel

Gas geben und bremsen: dein autonomes Nervensystem

Vieles in deinem Körper läuft von selbst: Herzschlag, Atmung, Verdauung. Gesteuert wird das vom autonomen Nervensystem — mit zwei großen Spielern. Der Sympathikus macht dich wach und leistungsbereit, wenn etwas ansteht. Der Parasympathikus ist sein Gegenspieler: Er sorgt für Erholung, Verdauung und Schlaf.

Beide sind wichtig. Anstrengend wird es erst, wenn die Waage dauerhaft in Richtung Anspannung kippt — etwa bei anhaltendem Stress. Viele Menschen kennen die Folgen: flache Atmung, hochgezogene Schultern, innere Unruhe, schlechter Schlaf.

Vom Kopf zum Bauch

Der Vagusnerv — die große Leitung der Ruhe

Der Vagusnerv ist der wichtigste Nerv des Parasympathikus und der längste Hirnnerv überhaupt. Sein Name kommt vom lateinischen vagus, „umherschweifend“ — und genau das tut er.

Vom Hirnstamm zieht er über Hals und Brustkorb bis in den Bauchraum und verbindet dabei Herz, Lunge und Verdauungsorgane mit dem Gehirn.

  • Vagusnerv
  • Hals, Brustkorb, Bauchraum
  • Pfeile nach oben — Rückmeldung zum Gehirn
Vereinfacht: der Weg des Vagusnervs vom Hirnstamm bis in den Bauchraum. Die Pfeile nach oben zeigen die Hauptrichtung — die meisten Fasern senden Informationen vom Körper zum Gehirn.

Die meisten Fasern des Vagusnervs senden Informationen vom Körper zum Gehirn — nicht umgekehrt.

Wie sich dein Körper anfühlt, ob Atmung und Muskeln entspannt oder angespannt sind, fließt laufend in dein inneres Befinden ein. Genau hier setzen körperorientierte Übungswege an.

Die Signale

Was das mit Faszienyoga zu tun hat

Im Faszienyoga arbeiten wir mit genau den Signalen, die dem Nervensystem Sicherheit und Ruhe vermitteln können:

  • Langes, ruhiges Ausatmen

    Die Ausatmung ist eng mit dem Parasympathikus verknüpft — dem Teil des Nervensystems, der für Erholung zuständig ist. Ein langsamer Atemrhythmus kann deshalb spürbar beruhigen.

  • Sanfter Druck und Dehnung

    Weiche Dehnung und leichter Druck, zum Beispiel im Brustkorb und im Bauch, können das Gefühl von Entspannung unterstützen.

  • Langsamkeit und Wiederholung

    Vorhersehbare, weiche Bewegungen können signalisieren: keine Gefahr, du darfst loslassen.

  • Nachspüren

    Die stillen Momente am Ende jeder Übung können dem Nervensystem Raum geben, zur Ruhe zu kommen.

Wichtig auch hier: Das ist kein Schalter, den du umlegen kannst, und keine Behandlung. Aber viele erleben, dass regelmäßiges, sanftes Üben ihnen hilft, leichter zur Ruhe zu kommen — und genau darum geht es.

Zur Person

Meine Ausbildung zu diesem Thema

Die Arbeit mit dem Nervensystem ist fester Bestandteil meiner fayo®-Ausbildung („Das Faszien Yoga“, Methode Dr. Petra Bracht): Neben Faszien-Yoga und der Faszienrolle gehören auch Übungen dazu, die den Vagusnerv ansprechen sollen. Mehr über meinen Weg und meine Qualifikation liest du auf der Seite Über mich.

Weiterlesen: Was ist Faszienyoga? und Faszien & Gesundheit.

Lust, es auszuprobieren?

Ruhige Atmung und langsame Bewegung lassen sich schlecht nachlesen und gut nachmachen. Probier eine Einheit aus — zu Hause oder gemeinsam in Dillingen.

Keine Vorkenntnisse nötig — jede Übung lässt sich anpassen.